Zahlung im Friseursalon: Karte oder Bargeld – was lohnt sich wirklich?
- dianebretschneider
- 12. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

BUSINESS SERIE | 004
Die Karte liegt schon in der Hand, bevor du überhaupt gefragt hast, wie bezahlt werden soll.
Für viele Kund:innen ist Kartenzahlung heute selbstverständlich. Gleichzeitig stellen sich viele selbstständige Friseur:innen genau dieselbe Frage:
Lohnt sich ein Kartenterminal wirklich – oder kostet es mich am Ende nur unnötig Geld?
Die kurze Antwort: Beide Zahlungsarten haben ihren Preis.
Der Unterschied ist nur, dass du die Kosten bei Kartenzahlung direkt siehst. Bei Bargeld verstecken sie sich oft im Alltag.
Und genau deshalb lohnt es sich, nicht nur auf Gebühren zu schauen, sondern auf das gesamte System dahinter.
Bargeld ist nicht automatisch kostenlos
Bargeld wirkt auf den ersten Blick günstig.
Keine Transaktionsgebühr. Kein Terminal. Kein Vertrag.
Aber kostenlos ist es trotzdem nicht.
Denn auch Bargeld verursacht Aufwand:
Wechselgeld muss vorhanden sein.
Die Kasse muss gezählt und dokumentiert werden.
Bargeld muss sicher aufbewahrt werden.
Einnahmen müssen zur Bank gebracht oder eingezahlt werden.
Kassendifferenzen müssen geklärt werden.
Der wichtigste Punkt dabei:
Auch deine Zeit kostet Geld.
Wenn du selbstständig arbeitest, ist eine halbe Stunde für Kasse, Bargeld oder Bankwege keine kostenlose halbe Stunde. Es ist Zeit, die du nicht für Kund:innen, dein Business oder dich selbst nutzen kannst.
Genau deshalb solltest du bei solchen Entscheidungen nicht nur fragen:
„Was kostet mich das?“
Sondern auch:
„Wie viel Arbeit nimmt mir das ab?“
Kartenzahlung: Kosten, die du direkt siehst
Bei Kartenzahlung ist es genau andersherum.
Die Kosten sind transparent und erscheinen direkt auf der Abrechnung.
Je nach Anbieter können dabei Grundgebühren, Transaktionsgebühren oder eine Kombination aus beidem entstehen. Auch Kartenart und Tarif können einen Unterschied machen.
Das klingt zunächst nach zusätzlichen Kosten.
Dafür bietet Kartenzahlung aber auch Vorteile im Alltag:
Zahlungen werden direkt digital erfasst.
Kund:innen können spontan bezahlen, auch ohne Bargeld.
Weniger Bargeld muss im Salon aufbewahrt werden.
Der Aufwand rund um Wechselgeld kann sinken.
Digitale Zahlungsprozesse können den Kassenalltag vereinfachen.
Deshalb solltest du die Gebühr eines Terminals nie isoliert betrachten.
Die wichtigere Frage ist:
Was kostet dich der gesamte Zahlungsprozess?
Was erwarten deine Kund:innen?
Auch das gehört zu einer unternehmerischen Entscheidung.
Wie bezahlen die Menschen, die zu dir kommen?
Ein Teil deiner Kundschaft zahlt vielleicht lieber bar. Andere haben kaum noch Bargeld dabei und erwarten, mit Karte oder Smartphone bezahlen zu können.
Fehlende Kartenzahlung kann dadurch schnell zu einem unnötigen Hindernis werden.
Gerade bei höheren Rechnungsbeträgen – zum Beispiel bei Colorationen, Extensions oder umfangreicheren Treatments – kann eine flexible Zahlungsmöglichkeit zusätzlich für Komfort sorgen.
Die beste Zahlungsart ist deshalb nicht automatisch die günstigste.
Sie sollte auch zu deinen Kund:innen und zu deinem Angebot passen.
Die häufigsten Denkfehler bei der Zahlungsart
„Bargeld kostet mich nichts.“
Nicht ganz.
Es gibt vielleicht keine Transaktionsgebühr, dafür aber Zeitaufwand, Bankwege und organisatorische Arbeit.
„Kartenzahlung frisst meinen Gewinn auf.“
Auch das lässt sich nicht pauschal sagen.
Entscheidend ist, welche Konditionen dein Anbieter bietet, wie hoch deine durchschnittlichen Rechnungsbeträge sind und wie oft deine Kund:innen mit Karte zahlen.
„Ich brauche einfach den günstigsten Anbieter.“
Der günstigste Tarif ist nicht automatisch der beste.
Schau auch auf:
Vertragslaufzeiten
Kündigungsfristen
Grundgebühren
Transaktionskosten
unterstützte Zahlungsarten
Bedienbarkeit
Zuverlässigkeit
Support
Ein Terminal, das ein paar Euro weniger kostet, aber regelmäßig Probleme macht, hilft deinem Business am Ende wenig.
Rechne wie ein:e Unternehmer:in
Bevor du dich entscheidest, lohnt sich ein kleiner Realitätscheck.
Frag dich:
Wie viele Zahlungen habe ich im Monat?
Wie hoch ist mein durchschnittlicher Rechnungsbetrag?
Wie bezahlen meine Kund:innen aktuell?
Wie viel Zeit verbringe ich mit Bargeld und Kassenorganisation?
Welche Kosten entstehen tatsächlich bei meinem Terminal-Anbieter?
Welche Zahlungsarten wünschen sich meine Kund:innen?
Erst wenn du diese Fragen beantwortest, kannst du sinnvoll vergleichen.
Denn es geht nicht nur darum, ein paar Cent Transaktionsgebühr zu sparen.
Es geht darum, welche Lösung dein Business einfacher, effizienter und kundenfreundlicher macht.
Karte oder Bargeld – was ist die beste Lösung?
Für viele selbstständige Friseur:innen kann eine Kombination aus Bargeld und Kartenzahlung die flexibelste Lösung sein.
Damit gibst du deinen Kund:innen die Wahl und machst dich gleichzeitig nicht von einer einzigen Zahlungsart abhängig.
Das bedeutet aber nicht, dass diese Lösung für jede:n automatisch richtig ist.
Dein Standort, deine Kundschaft, deine Preise und deine Arbeitsweise spielen eine Rolle.
Die richtige Entscheidung ist deshalb nicht:
„Was machen die anderen?“
Sondern:
„Was funktioniert für mein Business?“
Fazit
Kartenzahlung oder Bargeld ist keine Glaubensfrage.
Es ist eine unternehmerische Entscheidung.
Wer nur die sichtbaren Gebühren der Kartenzahlung mit dem scheinbar kostenlosen Bargeld vergleicht, sieht nur einen Teil der Rechnung.
Zeit, Aufwand, Kundenkomfort und Abläufe gehören genauso dazu.
Selbstständigkeit besteht schließlich nicht nur aus den großen Entscheidungen. Oft sind es die kleinen Dinge im Alltag, die darüber entscheiden, wie effizient und entspannt dein Business läuft.
Genau darüber sprechen wir bei NICNOA.
Nicht nur über Haare, Trends und Techniken, sondern auch über die Entscheidungen, die aus gutem Handwerk ein erfolgreiches Business machen.



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