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Warum Auslastung wichtiger ist als Umsatz

dianebretschneider
vor 2 Tagen
6 Min. Lesezeit
Auslastung und Umsatz, Co-Working, Friseurhandwerk

BUSINESS SERIE | 009


6 Dinge, die du als selbstständige:r Friseur:in wissen solltest

10.000 Euro Umsatz.

Klingt gut. Vielleicht sogar richtig gut.

Aber sagt diese Zahl wirklich, wie erfolgreich dein Business läuft?

Nicht unbedingt.


Denn Umsatz zeigt dir zunächst nur, wie viel Geld du mit deinen Dienstleistungen einnimmst.

Was er dir nicht zeigt: Wie viel Zeit du dafür gebraucht hast.

Und genau hier wird es für selbstständige Friseur:innen interessant. Denn am Ende entscheidet über deinen Erfolg nicht nur, wie viel Umsatz du machst, sondern auch, wie gut du deine verfügbare Zeit nutzt.


Willkommen beim Thema Auslastung.


Was bedeutet Auslastung als Friseur:in eigentlich?

Deine Auslastung zeigt dir, wie viel deiner verfügbaren Arbeitszeit tatsächlich mit Kund:innen

belegt ist.


Ein einfaches Beispiel:

Du hast in einer Woche 30 Stunden für Kundentermine eingeplant.

Davon sind 21 Stunden gebucht. Dann liegt deine Auslastung bei 70 Prozent.

Klingt erst einmal nach einer ziemlich unspektakulären Zahl. Ist sie aber nicht.


Denn deine Auslastung zeigt dir etwas, das dein Umsatz allein nicht kann: Wie

effizient dein Business deine verfügbare Zeit in Umsatz verwandelt.


Und Zeit ist gerade als selbstständige:r Friseur:in eine deiner wichtigsten Ressourcen.


1. Umsatz allein sagt wenig über dein Business aus

Stell dir zwei selbstständige Friseur:innen vor. Beide machen im Monat 8.000 Euro Umsatz. Auf dem Papier: Gleichstand.

Aber Person A arbeitet dafür 160 Stunden. Person B erreicht denselben Umsatz mit 120

Stunden.

Plötzlich sehen die 8.000 Euro ziemlich unterschiedlich aus.

Denn Umsatz allein sagt nichts darüber aus, wie viel Zeit du investieren musstest, um ihn zu

erreichen.


Frag dich deshalb zusätzlich:

  • Wie viele Stunden habe ich dafür gearbeitet?

  • Wie viele meiner verfügbaren Termine waren tatsächlich gebucht?

  • Welchen Umsatz erwirtschafte ich pro produktiver Stunde?

  • Und was bleibt nach meinen Kosten tatsächlich übrig?


Erst wenn du diese Zahlen zusammendenkst, entsteht ein aussagekräftiges Bild deines

Business.


2. Ein voller Kalender ist nicht automatisch eine gute Auslastung

Montag voll. Dienstag voll. Mittwoch fast voll. Donnerstag voll. Freitag voll.

Instagram-Story: „Diese Woche komplett ausgebucht.“

Fühlt sich gut an. Aber auch ein voller Kalender sollte genauer betrachtet werden.

Vielleicht arbeitest du regelmäßig länger als geplant. Vielleicht schiebst du Kund:innen noch

irgendwie dazwischen. Vielleicht machst du kaum Pausen. Vielleicht beantwortest du

Nachrichten nach Feierabend. Vielleicht dauern deine Dienstleistungen länger, als du

ursprünglich kalkuliert hast.


Dann bist du zwar ausgebucht. Aber dein Business ist deshalb noch nicht automatisch effizient.


Auslastung bedeutet nicht, möglichst jede Minute deines Tages zu verkaufen.

Sie bedeutet, deine verfügbare Arbeitszeit bewusst zu nutzen.


3. Mehr Kund:innen sind nicht immer die Lösung

Wenn freie Termine im Kalender auftauchen, ist die erste Reaktion oft: Ich brauche mehr

Kund:innen.

Manchmal stimmt das. Manchmal aber auch nicht.

Vielleicht hast du genügend Kund:innen, aber sie buchen zu selten. Vielleicht fehlen

Folgetermine. Vielleicht hast du viele kurzfristige Lücken. Vielleicht stimmen deine Arbeitszeiten nicht mit der Nachfrage deiner Kund:innen überein. Vielleicht blockieren bestimmte Dienstleistungen sehr viel Zeit, bringen aber vergleichsweise wenig Umsatz.

Oder vielleicht ist deine Nachfrage längst hoch genug und deine Preise passen nicht mehr zu deiner Auslastung.

Deshalb solltest du nicht automatisch versuchen, einfach mehr Kund:innen zu gewinnen.


Frag dich zuerst: Warum entstehen die freien Zeiten überhaupt?

Das ist unternehmerisches Denken.


4. Kenne die Zahlen hinter deiner Auslastung

Du brauchst dafür kein kompliziertes Controlling-System. Aber ein paar Zahlen solltest du

kennen:


  • Deine verfügbaren Stunden: Wie viele Stunden möchtest du pro Woche oder Monat

    tatsächlich für Kundentermine anbieten?

  • Deine gebuchten Stunden: Wie viel dieser verfügbaren Zeit wird tatsächlich gebucht?

  • Deine Auslastung: Wie viel Prozent deiner verfügbaren Kundenzeit ist belegt?

  • Dein Umsatz pro produktiver Stunde: Wie viel Umsatz erwirtschaftest du durchschnittlich in der Zeit, in der du tatsächlich am Kunden arbeitest?

  • Deine Wiederbuchungen: Wie viele Kund:innen verlassen ihren Termin bereits mit dem

    nächsten Termin?

  • Deine Terminlücken: Wie viel Zeit verlierst du durch Absagen, No-Shows

    oder ungünstige Abstände zwischen zwei Terminen?


Eine einzelne Zahl erzählt dir selten die ganze Geschichte. Erst wenn du diese

Zahlen zusammen denkst, erkennst du, wie gut dein Business wirklich

funktioniert.


5. Bevor du mehr arbeitest, optimiere das, was schon da ist

Wenn du deinen Umsatz als Friseur:in steigern möchtest, gibt es eine sehr naheliegende

Lösung: mehr arbeiten.

Noch einen Termin annehmen. Den Feierabend etwas nach hinten schieben. Den freien

Samstag doch öffnen. Die Mittagspause verkürzen.

Das funktioniert. Zumindest eine Zeit lang.

Aber Wachstum muss nicht automatisch bedeuten, mehr Stunden zu arbeiten.

Manchmal liegt der bessere Hebel darin, deine bestehenden Stunden besser zu nutzen.


Zum Beispiel durch:

  • eine bessere Terminplanung

  • mehr Wiederbuchungen

  • weniger unnötige Lücken

  • klare Regeln für kurzfristige Absagen und No-Shows

  • eine einfache Online-Terminbuchung

  • realistisch kalkulierte Behandlungszeiten

  • Dienstleistungen, die wirtschaftlich zu deinem Business passen

  • Preise, die deine Zeit und Leistung widerspiegeln


Dann wächst dein Business nicht unbedingt, weil du mehr arbeitest. Sondern

weil dein System besser arbeitet.


6. Hohe Auslastung kann ein Signal für deine Preise sein

Stell dir vor: Du bist über einen längeren Zeitraum sehr gut gebucht. Neue Kund:innen fragen regelmäßig nach Terminen. Deine Stammkund:innen buchen weit im Voraus. Und du findest kaum noch freie Zeiten.


Dann lautet die Lösung nicht automatisch: Noch mehr arbeiten.

Vielleicht solltest du stattdessen deine Preise und deine Positionierung überprüfen.

Denn wenn die Nachfrage dauerhaft höher ist als die Zeit, die du anbieten möchtest, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich dein Business weiterentwickelt hat.

Eine hohe Auslastung bedeutet nicht automatisch, dass du deine Preise erhöhen musst. Aber sie gibt dir einen guten Grund, deine Zahlen genauer anzusehen.


Dein Kalender kann dir manchmal mehr über deine Preisstrategie sagen als dein

Bauchgefühl.


100 Prozent Auslastung sollte nicht das Ziel sein

Wenn Auslastung so wichtig ist, könnte man denken: Der Kalender muss möglichst zu 100

Prozent voll sein.

Nicht unbedingt.


Denn Selbstständigkeit besteht nicht nur aus verkauften Kundenterminen.

Du brauchst auch Zeit für:

  • Organisation

  • Buchhaltung

  • Marketing

  • Weiterbildung

  • Bestellungen

  • Pausen

  • und manchmal einfach für dich selbst


Ein Kalender, in dem dauerhaft kein Zentimeter Luft mehr ist, kann wirtschaftlich gut aussehen und trotzdem schlecht funktionieren.


Gute Auslastung bedeutet nicht maximale Auslastung. Sie bedeutet eine

Auslastung, die wirtschaftlich funktioniert und gleichzeitig zu der Art passt, wie

du arbeiten möchtest.


Was hat Auslastung mit Freiheit zu tun?

Eine ganze Menge.

Denn am Ende geht es bei Selbstständigkeit nicht darum, deinen alten Chef gegen einen vollen Terminkalender einzutauschen.


Du hast dich selbstständig gemacht, um Entscheidungen selbst treffen zu können: wie du

arbeitest, wann du arbeitest, mit wem du arbeitest, was deine Arbeit wert ist und wie dein

Leben neben deinem Business aussehen soll.


Dafür musst du deine Zahlen kennen. Nicht, weil dein Business nur aus Tabellen bestehen soll. Sondern weil Zahlen dir ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen.


Wer seine Zahlen kennt, kann seine Freiheit bewusster gestalten.

Was Stuhlmiete und Co-Working mit deiner Auslastung zu tun haben

Wer als selbstständige:r Friseur:in mit Stuhlmiete oder in einem Co-Working-Konzept arbeitet, sollte seine Auslastung besonders bewusst kalkulieren. Denn zu deinem Umsatz gehören auch laufende Kosten - etwa für die Nutzung deiner professionellen Arbeitsumgebung.


Entscheidend ist nicht, wie viele Stunden du theoretisch am Platz verbringen könntest.

Entscheidend ist, welche Kundenzeit du tatsächlich anbieten möchtest, wie gut sie gebucht wird und was nach deinen Kosten übrig bleibt.


Ein Co-Working-Modell für Friseur:innen kann dir dabei einen professionellen Rahmen und

Austausch mit anderen Selbstständigen bieten. Es ersetzt aber weder deine eigene

Preisstrategie noch deine Verantwortung für Kundenbindung und Terminplanung.


Stuhlmiete ist eine Kostenfrage. Ein selbstbestimmtes Business ist eine

unternehmerische Entscheidung.


Genau hier setzt die Haltung von NICNOA an: Nicht ein Stuhl steht im Mittelpunkt, sondern

deine Freiheit, dein eigenes Business zu gestalten - mit Professionalität und Community.


Warum dein Umfeld auch bei diesem Thema einen Unterschied macht

„Wie voll ist dein Kalender eigentlich?“

„Wie viel Zeit planst du für die Dienstleistung ein?“

„Wie gehst du mit kurzfristigen Lücken um?“

„Wann hast du deine Preise zuletzt kalkuliert?“


Das sind Gespräche, die unter Selbstständigen entstehen. Und manchmal verändert eine

einzige Frage den Blick auf das eigene Business.


Genau deshalb glauben wir bei NICNOA an Selbstständigkeit in Gemeinschaft.

Du führst dein eigenes Business. Du bestimmst deine Preise. Du entscheidest über deine

Arbeitszeiten. Du baust deinen eigenen Kundenstamm auf.

Aber du arbeitest in einem Umfeld mit Menschen, die viele der gleichen unternehmerischen

Fragen beschäftigen.


Unabhängig arbeiten bedeutet nicht, alles allein herausfinden zu müssen.


Die wichtigsten Gedanken im Überblick

  • Hoher Umsatz bedeutet nicht automatisch ein profitables Business.

  • Ein voller Kalender bedeutet nicht automatisch eine gute Auslastung.

  • Mehr Kund:innen sind nicht automatisch die Lösung für freie Termine.

  • 100 Prozent Auslastung sollte nicht automatisch dein Ziel sein.

  • Mehr Umsatz muss nicht durch mehr Arbeitszeit entstehen.


Stattdessen:

Kenne deine verfügbare und gebuchte Zeit, beobachte deinen Umsatz pro

produktiver Stunde, achte auf Wiederbuchungen und Kundenbindung und überprüfe

regelmäßig, ob Preise, Arbeitszeiten und Nachfrage noch zu deinem Business passen.


Fazit: Dein Umsatz erzählt nur die halbe Geschichte

Umsatz ist wichtig. Aber Umsatz allein sagt dir nicht, wie gut dein Business funktioniert.

Schau deshalb auch auf deine Auslastung. Auf deine Arbeitszeit. Auf deinen Umsatz pro

produktiver Stunde. Auf deine Wiederbuchungen. Auf deine Preise. Und auf das, was am Ende tatsächlich übrig bleibt.


Denn die Frage ist nicht nur: „Wie viel Umsatz mache ich?“


Die bessere Frage lautet: „Wie gut funktioniert mein Business mit der Zeit, die

ich dafür einsetzen möchte?“


Genau dort beginnt für uns unternehmerische Selbstständigkeit.

Nicht immer mehr Termine. Nicht immer längere Tage. Nicht immer höher, schneller, voller.

Sondern ein Business, das wirtschaftlich funktioniert und gleichzeitig zu deinem Leben passt.


Denn Freiheit bedeutet nicht, weniger Verantwortung zu haben. Freiheit

bedeutet, selbst entscheiden zu können, wofür du deine Zeit einsetzt.


Genau dafür steht NICNOA.


Für selbstständige Friseur:innen und Beauty-Unternehmer:innen, die ihr Business bewusst

aufbauen wollen - mit Freiheit, Professionalität und einer Community an ihrer Seite.


The Space to Be.


 
 
 

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