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Selbstständig als Friseur: 7 Fehler, die du im ersten Jahr vermeiden solltest

dianebretschneider
28. Sept.
7 Min. Lesezeit
Selbständiger Friseur, Fehlervermeidung, Fehler im ersten Jahr, selbstständig

BUSINESS SERIE | 007


Der erste eigene Kunde.

Die erste eigene Rechnung.

Der erste Monat, in dem du selbst entscheidest, wann du arbeitest, mit wem du arbeitest und wie du dein Business führen möchtest.

Selbstständig als Friseur:in zu arbeiten bedeutet Freiheit.


Aber Freiheit bedeutet eben auch Verantwortung.

Plötzlich entscheidest du nicht mehr nur über Schnitt, Farbe oder Styling.

Du beschäftigst dich mit Preisen.

Steuern.

Kundengewinnung.

Buchhaltung.

Auslastung.

Und irgendwann wahrscheinlich auch mit Dingen, von denen dir in der Ausbildung niemand erzählt hat.


Willkommen im Unternehmertum.


Die gute Nachricht:

Im ersten Jahr muss längst nicht alles perfekt laufen.

Du wirst Fehler machen. Das gehört dazu.

Einige davon kannst du dir allerdings sparen.

Und erstaunlich viele haben überhaupt nichts mit deinem handwerklichen Können zu tun.


Fehler 1: Umsatz mit eigenem Geld verwechseln

Der Kalender ist voll.

Auf dem Konto gehen die ersten größeren Beträge ein.

Und plötzlich fühlt sich die Selbstständigkeit ziemlich gut an.

Kalender voll. Konto voll. Läuft.

Bis die ersten größeren Rechnungen kommen.

Oder das Finanzamt.


Kleine Erinnerung:

Umsatz ist nicht dein Gehalt.


Nicht alles, was auf deinem Geschäftskonto landet, steht dir automatisch zum Ausgeben zur Verfügung.


Je nach persönlicher Situation musst du unter anderem an folgende Dinge denken:


  • Steuern

  • Versicherungen

  • betriebliche Kosten

  • Produkte

  • Miete bzw. Arbeitsplatzkosten

  • Rücklagen

  • Investitionen


Deshalb solltest du von Anfang an Struktur in deine Finanzen bringen.

Trenne private und geschäftliche Ausgaben sinnvoll voneinander und bilde Rücklagen, bevor die erste größere Zahlung vor der Tür steht.

Wie hoch deine Rücklagen sein sollten, hängt von deinem individuellen Business und deiner steuerlichen Situation ab.


Gerade bei diesem Thema gilt deshalb:

Google ersetzt keine Steuerberatung.


Hol dir professionelle Unterstützung und entwickle gemeinsam mit deinem Steuerberater ein System, das zu deiner Selbstständigkeit passt.

Guter Umsatz fühlt sich gut an.

Gute Liquiditätsplanung fühlt sich langfristig noch besser an.


Fehler 2: Preise von anderen übernehmen

„Was nimmt eigentlich der Salon nebenan?“

Eine verständliche Frage.

Aber die falsche Grundlage für deine eigene Preisliste.

Denn du kennst vielleicht den Preis des anderen Salons.

Was du nicht kennst:

seine Kalkulation.

Dein Preis muss zu deinem Business passen.

Zu deinen Kosten.Zu deiner Arbeitszeit. Zu deinen Produkten. Zu deiner Erfahrung.

Zu deiner Positionierung.

Und vor allem zu dem Einkommen, das du mit deiner Selbstständigkeit erzielen möchtest.


Deshalb:

Preise nicht schätzen. Preise rechnen.


Frag dich zum Beispiel:

Wie viele Stunden kannst du im Monat tatsächlich verkaufen?

Wie hoch sind deine laufenden Kosten?

Was kostet dich eine Behandlung an Produkten?

Wie viel Zeit benötigst du tatsächlich?

Welchen Umsatz brauchst du pro Stunde?

Wie viel möchtest du am Ende selbst verdienen?


Denn ein voller Kalender sieht auf Instagram schön aus.

Er bedeutet aber noch lange nicht, dass dein Unternehmen profitabel ist.


Nutze Zahlen statt Bauchgefühl

Gerade am Anfang lohnt es sich, deine Dienstleistungen einmal sauber durchzukalkulieren.

Bei NICNOA kannst du dafür unter anderem unseren Profitrechner nutzen.

Er soll dir helfen, nicht nur zu sehen, was eine Dienstleistung kostet, sondern was am Ende tatsächlich davon übrig bleibt.


Denn zwischen:

„Ich nehme 180 € für Balayage.“


und


„Ich verdiene mit dieser Dienstleistung Geld.“


liegt manchmal ein überraschend großer Unterschied.


Fehler 3: Marketing erst anfangen, wenn der Kalender leer ist


Dieser Fehler ist besonders gemein.

Solange der Kalender voll ist, fühlt sich Marketing ungefähr so dringend an wie ein Regenschirm bei Sonnenschein.

Dann kommen ein paar Absagen.

Ein ruhiger Monat.

Einige Stammkund:innen ziehen weg.

Und plötzlich entsteht Druck.


Jetzt schnell:

Story posten.

Freie Termine teilen.

Vielleicht noch 20 % Rabatt.


Genau deshalb sollte Marketing kein Notfallplan sein.


Marketing gehört zu deinem Business. Auch dann, wenn dein Kalender voll ist.

Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil, aktuelle Arbeiten auf Social Media, Bewertungen und persönliche Empfehlungen helfen dir dabei, kontinuierlich sichtbar zu bleiben.

Nicht erst dann, wenn du dringend neue Kund:innen brauchst.


Denn:

Sichtbarkeit baut man auf, bevor man sie braucht.

Wenn du wissen möchtest, wie du daraus ein richtiges System entwickelst, lies auch unseren Beitrag:


„Neue Kunden gewinnen als Friseur: So baust du dir als Selbstständige:r einen Kundenstamm auf.“


Dort zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie Google, Social Media, Bewertungen, Empfehlungen und eine einfache Terminbuchung zusammenspielen.


Fehler 4: Nur neue Kund:innen im Blick haben

Neue Kund:innen machen Spaß.

Neuer Name im Kalender.

Neue Person auf dem Stuhl.

Vielleicht sogar über Instagram oder Google gekommen.

Super.


Aber dann kommt die eigentlich interessante Frage:

Kommt diese Person wieder?


Ein langfristig stabiles Friseur-Business entsteht nicht dadurch, jeden Monat möglichst viele neue Menschen zu erreichen.


Es entsteht dadurch, dass aus Neukund:innen Stammkund:innen werden.


Durch:


  • gute Beratung

  • Verlässlichkeit

  • Ergebnisse, die überzeugen

  • persönliche Aufmerksamkeit

  • eine angenehme Atmosphäre

  • einfache Folgetermine

  • das Gefühl: „Hier möchte ich wieder hin.“


Deshalb solltest du dich nicht nur fragen:

„Wie bekomme ich meinen Kalender voll?“


Sondern:

„Wie baue ich mir einen Kundenstamm auf, der zu mir passt?“


Das ist ein kleiner Unterschied in der Fragestellung.

Aber ein ziemlich großer Unterschied für dein Business.


Fehler 5: Alles selbst machen wollen

Selbstständig.

Selbst.

Ständig.

Der Witz ist alt.

Das Problem leider nicht.


Natürlich trägst du die Verantwortung für dein Unternehmen.

Aber deshalb musst du nicht gleichzeitig Friseur:in, Steuerberater:in, Grafiker:in, Fotograf:in, Marketingagentur, Buchhalter:in und Vertragsprofi werden.

Unternehmertum bedeutet nicht, alles selbst zu können.

Es bedeutet auch zu wissen, wann jemand anderes etwas besser kann.

Hol dir deshalb Unterstützung, wenn du sie brauchst.


Zum Beispiel für:


  • Steuerberatung

  • Buchhaltung

  • Grafik und Branding

  • Fotografie

  • Verträge und rechtliche Themen

  • Marketing

  • Versicherungen


Und genauso wertvoll kann der Austausch mit anderen Selbstständigen sein.

Denn manchmal brauchst du keine weitere Google-Suche.


Du brauchst jemanden neben dir, der sagt:

„Das hatte ich auch. So habe ich es gelöst.“


Genau deshalb versuchen wir bei NICNOA nicht nur Arbeitsplätze bereitzustellen, sondern auch ein Netzwerk aus Menschen und Partner:innen aufzubauen, auf das unsere Co-Worker zurückgreifen können.


Und wenn du zum Beispiel Unterstützung bei deinem eigenen Auftritt, deiner Preisliste, Empfehlungskarten oder anderen grafischen Themen brauchst, können wir dir unsere Grafikerin Diane Bretschneider empfehlen.


Du musst nicht alles selbst machen.

Du solltest nur wissen, wen du fragen kannst.


Fehler 6: Zu allem Ja sagen

Am Anfang fühlt sich jede Buchung wertvoll an.

Jeder freie Termin soll gefüllt werden.

Jede Anfrage scheint eine Chance zu sein.


Und genau deshalb fällt ein Wort plötzlich erstaunlich schwer:

Nein.

Nein zu einem Termin außerhalb deiner Arbeitszeiten.

Nein zu einem Preis, der für dich nicht funktioniert.

Nein zu einem Ergebnis, das fachlich nicht realistisch ist.


Und manchmal auch:

Nein zu Kund:innen, bei denen du merkst, dass es einfach nicht passt.

Das fühlt sich am Anfang vielleicht falsch an.

Ist es aber nicht.

Grenzen zu setzen ist nicht unfreundlich.

Es ist unternehmerisch.

Du entscheidest, wie du arbeiten möchtest.

Welche Qualität du anbieten möchtest.

Welche Preise du brauchst.

Und wann du nicht arbeitest.

Denn Selbstständigkeit bedeutet nicht nur, entscheiden zu dürfen, wann du Ja sagst.

Sie bedeutet auch, entscheiden zu können, wann du Nein sagst.


Fehler 7: Freiheit mit ständiger Verfügbarkeit verwechseln

Du hast dich selbstständig gemacht, um freier zu arbeiten.

Und plötzlich arbeitest du mehr als vorher.

Nach dem letzten Termin beantwortest du WhatsApps.

Am freien Tag kümmerst du dich um Instagram.

Abends machst du Buchhaltung.

Sonntag fällt dir ein, dass du noch Produkte bestellen musst.

Und irgendwo dazwischen sollte eigentlich noch dein Leben stattfinden.


Natürlich:

Gerade in der Aufbauphase wird es intensive Zeiten geben.

Das gehört dazu.

Aber wenn permanente Erreichbarkeit irgendwann zum normalen Geschäftsmodell wird, solltest du dein System hinterfragen.

Plane deshalb nicht nur Kundentermine.


Plane auch Zeit für:


  • Organisation

  • Buchhaltung

  • Marketing

  • Weiterbildung

  • strategische Arbeit

  • Freizeit

  • dich selbst


Und versuche, Prozesse zu vereinfachen.

Online-Terminbuchung statt 25 WhatsApp-Nachrichten.

Klare Arbeitszeiten statt permanenter Erreichbarkeit.

Feste Bürozeiten statt Buchhaltung irgendwann nachts.

Automatisierung dort, wo sie dir wirklich Arbeit abnimmt.


Denn:

Ein Unternehmen, das nur funktioniert, solange du permanent funktionierst, gibt dir langfristig ziemlich wenig Freiheit.


Die 7 häufigsten Fehler im Überblick


❌ 1. Einnahmen werden mit frei verfügbarem Geld verwechselt.

❌ 2. Preise werden übernommen statt individuell kalkuliert.

❌ 3. Marketing beginnt erst, wenn der Kalender leer wird.

❌ 4. Der Fokus liegt nur auf Neukund:innen statt auf langfristiger Kundenbindung.

❌ 5. Alles soll alleine gelöst werden.

❌ 6. Grenzen gegenüber Kund:innen und der eigenen Arbeitszeit fehlen.

❌ 7. Selbstständigkeit wird mit permanenter Verfügbarkeit verwechselt.


Hinter fast allen diesen Fehlern steckt dieselbe Herausforderung:

Du lernst plötzlich nicht mehr nur deinen Beruf.

Du lernst, ein Unternehmen zu führen.

Und das braucht Zeit.


Warum dein Umfeld einen Unterschied macht

Selbstständig zu arbeiten bedeutet, eigene Entscheidungen zu treffen.

Es bedeutet aber nicht, mit jeder Entscheidung allein sein zu müssen.


Genau hier kann Community einen Unterschied machen.


Wenn Menschen um dich herum ebenfalls selbstständig arbeiten, entstehen Gespräche, die sonst vielleicht nie stattfinden würden.


„Wie kalkulierst du deine Preise?“

„Wie gehst du mit kurzfristigen Absagen um?“

„Was funktioniert bei dir auf Instagram?“

„Wie organisierst du deinen Alltag?“

„Welches Buchungssystem nutzt du?“

„Wie gehst du mit No-Shows um?“


Und manchmal entsteht beim Kaffee in zehn Minuten eine Lösung für ein Problem, über das du seit drei Tagen nachdenkst.

Nicht jede Erfahrung lässt sich googeln.

Manche entstehen im Austausch.


Und genau deshalb glauben wir bei NICNOA an eine Form von Selbstständigkeit, die zwei Dinge miteinander verbindet:

Unabhängigkeit und Gemeinschaft.

Du führst dein eigenes Business.

Du triffst deine eigenen Entscheidungen.

Du entwickelst deine eigene Handschrift.

Aber du musst deinen Weg nicht isoliert gehen.

Gemeinsam statt einsam.


Fazit: Dein erstes Jahr muss nicht perfekt sein

Spoiler:

Es wird wahrscheinlich auch nicht perfekt.


Du wirst Entscheidungen treffen, die du ein Jahr später anders treffen würdest.

Du wirst Preise verändern.

Prozesse anpassen.

Dinge ausprobieren.

Dinge wieder abschaffen.

Du wirst lernen.

Nachjustieren.

Wachsen.

Und genau darum geht es.

Entscheidend ist nicht, jeden Fehler zu vermeiden.

Entscheidend ist, dein Business bewusst aufzubauen.

Kalkuliere deine Preise.

Behalte deine Zahlen im Blick.

Bleib sichtbar.

Baue Beziehungen zu deinen Kund:innen auf.

Setze Grenzen.

Und hol dir Unterstützung, wenn du sie brauchst.

Denn erfolgreiche Selbstständigkeit bedeutet nicht, alles alleine zu können.

Sie bedeutet, selbst entscheiden zu können, wie du arbeiten und leben möchtest.


Genau dafür steht NICNOA.


Für selbstständige Friseur:innen und Beauty-Unternehmer:innen, die ihr eigenes Business aufbauen wollen – mit Freiheit, Professionalität und einer Community an ihrer Seite.


The Space to Be.

 
 
 

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