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Neue Kunden gewinnen als Friseur: So baust du dir als Selbstständige:r einen Kundenstamm auf

dianebretschneider
11. Sept.
7 Min. Lesezeit
Kunden generieren, Kundenstamm, Neukunden gewinnen

BUSINESS SERIE | 006


Der erste eigene Arbeitsplatz.

Die erste eigene Preisliste.

Der erste eigene Kalender.

Und dann dieser Moment, über den bei der Selbstständigkeit irgendwie weniger gesprochen wird:

Der Kalender ist da. Nur die Kund:innen noch nicht.


Willkommen in der Selbstständigkeit.

Fast jede:r selbstständige Friseur:in steht irgendwann vor derselben Frage:

Wie bekomme ich eigentlich neue Kund:innen?

Die gute Nachricht: Kundengewinnung muss weder laut noch kompliziert sein.


Du brauchst nicht jeden Tag drei Reels. Du musst nicht plötzlich Influencer:in werden. Und du musst schon gar nicht anfangen, deine Arbeit über Rabatte zu verkaufen.


Im Grunde braucht es vier Dinge:

Gefunden werden. Vertrauen schaffen. In Erinnerung bleiben. Buchbar sein.


Wenn diese vier Punkte zusammenspielen, wird aus gelegentlicher Mundpropaganda langsam ein System.

Und aus einem leeren Kalender irgendwann ein ziemlich voller.


Gute Arbeit allein reicht leider nicht

Das klingt erst einmal hart.

Aber du kannst fachlich noch so gut sein:

Wenn niemand weiß, dass es dich gibt, kann auch niemand einen Termin bei dir buchen.


Gutes Handwerk ist die Grundlage.


Marketing sorgt dafür, dass Menschen dieses Handwerk überhaupt entdecken.

Und genau deshalb gehört Kundengewinnung zur Selbstständigkeit genauso dazu wie Beratung, Schnitt oder Farbe.

Keine Sorge: Das bedeutet nicht, dass du deine halbe Woche mit Instagram verbringen musst.

Fangen wir bei den Dingen an, die wirklich wichtig sind.


1. Der beste Friseur bringt wenig, wenn ihn niemand findet

Stell dir vor, jemand zieht neu in deine Gegend.Die Person braucht einen neuen Friseur, kennt niemanden und macht wahrscheinlich das, was wir alle machen:

Google auf.


Gesucht wird dann zum Beispiel:


„Friseur in der Nähe“


„Balayage Friseur München“


„Locken Friseur München“


„Extensions München“


Und genau deshalb ist dein Google-Unternehmensprofil eines der wichtigsten Werkzeuge für deine lokale Kundengewinnung.

Es kostet nichts.

Und trotzdem wird es erstaunlich oft vernachlässigt.


Dein Profil sollte deshalb vollständig und vor allem aktuell sein:


  • korrekte Kontaktdaten und Öffnungszeiten

  • eine verständliche Beschreibung deiner Leistungen

  • aktuelle und hochwertige Fotos deiner Arbeit

  • deine Spezialisierungen

  • ein direkter Link zur Terminbuchung oder Website

  • aktuelle Google-Bewertungen


Gerade der letzte Punkt ist enorm wichtig.

Denn bevor Menschen einen Termin bei jemandem buchen, den sie nicht kennen, wollen sie wissen:

Waren andere Menschen dort zufrieden?

Deshalb solltest du Bewertungen nicht komplett dem Zufall überlassen.

Wenn jemand nach einem Termin begeistert vor dem Spiegel sitzt, darfst du ruhig sagen:


„Wenn du mit deinem Ergebnis happy bist, würde mir eine Google-Bewertung wirklich helfen. Damit unterstützt du mein Business enorm.“


Das ist nicht unangenehm.

Das ist auch nicht aufdringlich.

Das ist Unternehmertum.


Noch ein Tipp für alle NICNOA Co-Worker:innen

Deine Kund:innen können ihre Erfahrung auch direkt bei NICNOA & Co. auf Google bewerten. Wichtig ist dabei, dass sie deinen Namen in der Bewertung erwähnen.


So profitierst auch du von der Sichtbarkeit von NICNOA: Potenzielle Neukund:innen lesen die Bewertungen, entdecken deinen Namen und können über uns direkt auf dich aufmerksam werden.


Als kleines Dankeschön bekommen Kund:innen für ihre Bewertung bei NICNOA außerdem ein kleines Geschenk.

Also: ruhig aktiv nach einer Bewertung fragen – und unbedingt daran erinnern, deinen Namen zu erwähnen.


So schaffen wir gemeinsam noch mehr Sichtbarkeit für deine Arbeit.


2. Gefunden. Und jetzt?

Jemand entdeckt dich über Google.

Oder landet über Instagram auf deinem Profil.

Der erste Schritt ist geschafft.


Jetzt passiert etwas Entscheidendes:

Die Person versucht innerhalb weniger Sekunden herauszufinden:

Kann diese:r Friseur:in genau das, was ich suche?

Und hier wird deine Arbeit zu deinem stärksten Argument.

Zeig sie.


Zum Beispiel:


  • Vorher-Nachher-Ergebnisse

  • Colorationen

  • Balayage

  • Schnitte

  • Extensions

  • Styling

  • deine Spezialisierungen

  • Einblicke in deinen Arbeitsalltag


Aber bitte zeig nicht nur Haare.

Zeig auch dich.

Denn deine zukünftigen Kund:innen verbringen möglicherweise mehrere Stunden mit dir.

Sie buchen deshalb nicht nur deine handwerklichen Fähigkeiten.

Sie buchen auch ein Stück weit deine Persönlichkeit.

Dein Social-Media-Auftritt ist damit nicht einfach Werbung.

Er ist dein digitales Schaufenster.

Und dafür brauchst du keinen täglichen Hochglanz-Content.

Du brauchst Klarheit.


Menschen sollten nach wenigen Sekunden verstehen:

Wer bist du? Was kannst du besonders gut? Wie arbeitest du? Und könnte ich mich bei dir wohlfühlen?


4. Die beste Werbung? Eine Kundin beim Abendessen.

Eine bestehende Kundin sitzt mit ihrer Freundin beim Essen.

Die Freundin erzählt, dass sie schon ewig nach einem neuen Friseur sucht.


Und deine Kundin sagt:

„Geh zu ihr. Du wirst sie lieben.“


Kein Algorithmus.

Kein Werbebudget.

Kein Funnel.

Einfach Vertrauen.

Empfehlungen gehören deshalb noch immer zu den stärksten Möglichkeiten, neue Kund:innen zu gewinnen.


Und auch hier gilt:

Du musst Empfehlungen nicht dem Zufall überlassen.


Mach aus Empfehlungen ein kleines System

Eine einfache Möglichkeit sind Empfehlungskarten.


Erstelle zum Beispiel eine kleine Karte im Visitenkartenformat mit:


BRING A FRIEND


10 € für deine Freund:in.  

10 € für dich.


Dein:e Kund:in gibt die Karte an eine Freundin oder einen Freund weiter. Die empfohlene Person bekommt beim ersten Termin beispielsweise 10 € auf ihre Dienstleistung.

Und deine bestehende Kundin?

Bekommt ebenfalls 10 € oder ein kleines Extra – zum Beispiel eine Haarmaske – sobald die empfohlene Person tatsächlich bei dir im Stuhl gesessen hat.

So profitieren beide Seiten.

Und ganz nebenbei passiert etwas Wichtiges:

Du aktivierst deine bestehenden Kund:innen, dich weiterzuempfehlen.


Keine Lust, die Karte selbst zu gestalten?

Die Idee steht, aber Grafikdesign ist nicht gerade dein Ding?

Kein Problem. Für die professionelle Gestaltung deiner Empfehlungskarten können wir dir unsere Grafikerin Diane empfehlen.


Sie kennt NICNOA, unsere Community und die Anforderungen von selbstständigen Friseur:innen und kann mit dir eine Karte entwickeln, die zu deinem eigenen Auftritt passt.


Denn auch bei einer kleinen Visitenkarte gilt:

Sie trägt deinen Namen. Also sollte sie auch nach dir aussehen.


Und danach? Kontakt aufnehmen.

Wenn die Empfehlung eingelöst wurde, melde dich bei deiner bestehenden Kundin.


Zum Beispiel per Mail:

„Danke für deine Empfehlung! Deine Freundin war bei mir und als kleines Dankeschön wartet bei deinem nächsten Termin eine Maske auf dich.“


Damit bestätigst du nicht nur den versprochenen Vorteil.

Du hast gleichzeitig einen positiven Grund, erneut Kontakt zu deiner Kundin aufzunehmen.


Und genau darum geht es:

Aus einer zufälligen Empfehlung wird ein kleines System.

Deine Neukundin freut sich über ihren Vorteil.

Deine Stammkundin fühlt sich wertgeschätzt.

Und du gewinnst im besten Fall eine neue Kundin, die bereits mit einem Vertrauensvorschuss zu dir kommt.

Manchmal ist gutes Marketing eben einfach eine kleine Karte in der richtigen Hand.


5. Bitte mach es deinen Kund:innen nicht unnötig schwer


Du wirst bei Google gefunden.

Dein Instagram sieht gut aus.

Deine Bewertungen überzeugen.


Die Person denkt:

Da möchte ich hin.

Perfekt.

Und dann?

„Für Termine bitte eine DM.“

Antwort nach sechs Stunden.

„Wann kannst du?“

„Mittwoch.“

„Mittwoch geht leider nicht.“

„Donnerstag?“

„Nur vormittags.“


Und irgendwo zwischen Nachricht Nummer sieben und acht ist die Motivation verschwunden.


Das wäre ziemlich schade.

Eine einfache Online-Terminbuchung kann deshalb ein wichtiger Bestandteil deines Marketings sein.


Der ideale Weg ist kurz:

Entdecken → Vertrauen → Termin buchen.


Nicht:

Entdecken → Nachricht schreiben → warten → drei Termine abstimmen → Telefonnummer schicken → vergessen.


Je weniger Hürden zwischen Interesse und Termin liegen, desto besser.


6. Dein wichtigster Neukunde ist vielleicht gar kein Neukunde

Jetzt wird Kundengewinnung wirklich unternehmerisch.

Denn ein neuer Kunde allein baut noch kein stabiles Business auf.

Du investierst Zeit und Energie, damit diese Person dich findet.

Sie sieht deine Arbeit.

Liest Bewertungen.

Bucht.

Kommt zu dir.

Und dann beginnt eigentlich erst der wichtige Teil.

Kommt sie wieder?

Aus dem ersten Termin sollte möglichst ein zweiter werden.

Aus dem zweiten ein dritter.

Und irgendwann hast du keinen Neukunden mehr vor dir.

Sondern einen Stammkunden.


Deshalb sollte deine Frage nicht ausschließlich lauten:

„Wie bekomme ich mehr neue Kund:innen?“


Sondern:

„Warum sollte jemand wieder zu mir kommen?“


Natürlich spielt das Ergebnis dabei eine entscheidende Rolle.

Aber eben nicht nur.


Menschen erinnern sich auch an:


  • eine richtig gute Beratung

  • Verlässlichkeit

  • eine angenehme Atmosphäre

  • persönliche Aufmerksamkeit

  • einfache Folgetermine

  • das Gefühl, verstanden worden zu sein


Ein voller Kalender entsteht deshalb nicht ausschließlich durch Reichweite.

Er entsteht durch Beziehungen.


7. Die häufigsten Fehler bei der Kundengewinnung

Viele Probleme entstehen nicht dadurch, dass zu wenig Marketing gemacht wird.

Sondern dadurch, dass Marketing nur dann stattfindet, wenn plötzlich drei Tage im Kalender leer sind.


Typische Fehler sind:


Marketing beginnt erst, wenn Termine fehlen.

Google-Bewertungen werden dem Zufall überlassen.

Instagram zeigt schöne Haare, aber keine erkennbare Persönlichkeit oder Spezialisierung.

Es wird versucht, jede:n anzusprechen.

Freie Termine werden reflexartig mit Rabatten beworben.

Die Terminbuchung ist unnötig kompliziert.

Nach der ersten Buchung endet die Kundengewinnung.


Der größte Fehler dahinter ist aber ein anderer:

Kundengewinnung wird als Aktion betrachtet – statt als Teil des eigenen Unternehmens.

Du baust dir keinen Kundenstamm mit einer guten Instagram-Woche auf.

Du baust ihn Schritt für Schritt.

Termin für Termin.

Empfehlung für Empfehlung.

Bewertung für Bewertung.


8. Selbstständig heißt nicht automatisch allein

Du baust dein eigenes Business auf.

Deine Kund:innen.

Deine Preise.

Deine Handschrift.

Deinen Kalender.

Und genau diese Freiheit ist einer der schönsten Aspekte der Selbstständigkeit.

Aber Freiheit bedeutet nicht, dass du alles alleine machen musst.

Genau darin liegt für uns bei NICNOA ein wichtiger Unterschied.

Als Co-Worker:in arbeitest du selbstständig und baust deinen eigenen Kundenstamm auf.

Gleichzeitig arbeitest du mit anderen selbstständigen Friseur:innen und Beauty-Profis unter einem Dach.

Man tauscht sich aus.

Empfiehlt sich gegenseitig.

Lernt voneinander.

Entwickelt Ideen.

Und manchmal entsteht beim Kaffee eine bessere Lösung als nach zwei Stunden Googeln.

Gemeinsam statt einsam ist für uns deshalb kein netter Spruch.

Es beschreibt ziemlich genau, wie wir Selbstständigkeit verstehen.

Du machst dein eigenes Ding.

Aber eben nicht zwingend alleine.


Fazit: Ein voller Kalender ist kein Zufall

Neue Kund:innen zu gewinnen ist keine einzelne Marketingaktion.

Es ist ein System. Gefunden werden. Vertrauen schaffen. In Erinnerung bleiben.

Einfach buchbar sein.

Und anschließend dafür sorgen, dass aus einem ersten Termin eine langfristige Beziehung entstehen kann.

Dafür musst du nicht der lauteste Friseur auf Instagram sein.

Du brauchst keine 50.000 Follower.

Und du musst deine Arbeit schon gar nicht ständig günstiger machen, damit Menschen zu dir kommen. Du solltest wissen, für wen du arbeitest. Wofür du stehst. Was dich besonders macht. Und wie Menschen dich finden und möglichst einfach einen Termin bei dir buchen können.


Denn erfolgreiche Selbstständigkeit bedeutet nicht nur:

Kalender voll. Sondern ein Business aufzubauen, das langfristig funktioniert – und vor allem zu dir passt.

Genau dafür steht NICNOA.

Selbstbestimmt arbeiten. Die eigene Handschrift entwickeln. Und Teil einer Community sein, in der Unternehmertum wachsen kann.


The Space to Be.

 
 
 

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